14.03.2024
13:30 - 17:30 Uhr / Luzern

Schulung «Loverboys - Wenn die vermeintlich grosse Liebe in Ausbeutung endet»

«Loverboys» sind Zuhälter und Menschenhändler. Sie sind oft kaum älter als ihre Opfer.  Ein Loverboy spielt dem Opfer den Traumprinzen vor, mit dem Ziel, es systematisch von sich abhängig zu machen, um es dann gezielt auszubeuten. Er will das schnelle Geld. Bei den Opfern kann es sich um Schweizer Mädchen und Jungen handeln.   

Die Schulung beleuchtet den Mechanismus der «Loverboy-Masche» und will die Aufmerksamkeit für Opfer und Täter schärfen. Wir lernen mehr über die starke Abhängigkeit der Betroffenen und darüber, welche Schritte deren Herauslösung unterstützen können.

Die «Loverboy-Masche» - Analyse und Auswertung
Moderation und Kursleitung: Jenny Lambrigger
ACT212 Beratungs-und Schulungszentrum Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung  

Loverboys benutzen Strategien, um Opfer in ihre Fänge zu locken. Die Analyse und Auswertung der Meldungen, die bei der Nationalen Meldestelle gemacht wurden, zeigen das Beuteschema der Täter, ihr gezieltes Vorgehen und die Tatorte. Die Masche der Täter wird aufgezeigt und Opfer können identifiziert werden.  

Abhängigkeit der Opfer besser verstehen  
Referentin: Prof. em. Dr. phil. habil. Rosmarie Barwinski
Psychoanalytikerin; Psychotherapeutin SPV/FSP; emeritierte Professorin in Klinischer Psychologie; Supervisorin & Dozentin; Gründerin & Leiterin des SIPT  

Die Täter verwenden bei der Loverboy-Masche bestimmte Mechanismen, um ihre Opfer in eine hohe emotionale Abhängigkeit zu versetzen, sie zu isolieren, zu erpressen und schliesslich zu missbrauchen. Die Kenntnisse dieser Mechanismen helfen bei Ermittlungen, Beratung und Therapie. Täter sollen gegenüber der Zivilgesellschaft keine Wissensvorteile besitzen.

Die Rechte des Opfers und die Klippen des Verfahrens
Referentin: MLaw Runa Meier, Staatsanwältin  
Vorprozessuale Beratung und erfahrungsbasierte Fallbegleitung

«Loverboys» schaffen Abhängigkeitsverhältnisse, gekennzeichnet durch Macht und Ausbeutung. Deren Auflösung ist schwierig. Daher bleiben auch viele Opfer lange gegenüber dem mutmasslichen Täter loyal. Die Strafverfolgung ist bei den Ermittlungen auf die Aussagen des Opfers angewiesen. Wie läuft ein solches Verfahren? Was kann während dem Strafverfahren helfen, damit ein Opfer nicht erneut viktimisiert wird? Darstellung des Verfahrens mit Fokus auf das Opfer.